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BILDERANALYSE/ LYRIK

ZU DEN VIDEOS!

Eine Bilder Deutung von
Hildegard Mergel-Hölz

•Psychoanalytikerin
•Gruppenanalytikerin
•Kinder- und Jugendtherapeutin
•Systemische Therapeutin und Beraterin
•Dozentin, Supervisorin und Lehranalytikerin am Alfred-Adler-Institut Düsseldorf
•Approbation und Kassenzulassung als Psychologische Psychotherapeutin
und Psychoanalytikerin (DGIP, DGPT)

SEHNSCHAFT LEIDEN!
Aus den Tiefen schreie ich!
Schmerz fetzt - und Leiden in Pseudoschaft mischt sich!
Durchdringend!
Rette dich!!
Aus den Tiefen eruptiert Unbewältigtes!
klagt an, schreckt, mahnt, tobt!
Wo-ist Zuflucht und Rettung?!
Aus den Tiefen ergiesst ES sich-
Energie, Hoffnung, Licht !!
Niste dich Ei!!
Finde Halt!
Du -nur findest Ruh !
in den Schlingen des Chaos.!

(Hildegard Mergel-Hölz inspiriert durch Bilder von Bernd Miesing, 2014)

Der Versuch einer Annäherung an das Werk von Bernd Miesing!

„Ich verstehe meine Malerei als stumme Poesie und als Beziehung zwischen Maler und Betrachter.
Je konsequenter sich ein Werk der verbalen Verknüpfung entzieht, je mehr ist der Mensch mit sich
selber konfrontiert. Meine Bilder schöpfe ich ausschließlich aus dem Brunnen des Unbewussten
Aus der Asche der frühen Erinnerungen lasse ich meine „Figurativen Landschaften“ entstehen …“!

Vielleicht bat Herr Miesing mich um eine Besprechung seines Werkes, weil ich nicht als Künstlerin
oder Kunstkennerin hier reden kann, aber als Kunst-Betrachterin und Kennerin des Unbewussten -
mag sein, dass meine Äußerungen für ihn deshalb von Bedeutung sind.
Gerne stelle ich mich dieser Herausforderung.
Diese surrealen, oft eruptierenden Bilder bannen den Betrachter. Sie stoßen ihn archaisch zurück
in eine Umgebung, die er nicht einzuordnen, nicht zu beherrschen vermag. Er scheint ihnen hilflos
ausgeliefert.
Der Blick senkt sich in Strudel, in Höhlen, verfängt sich in Dunkel und Hell. Gewaltige Energien
scheinen am Werk. Erkenne ich hier ein Gesicht, eine Fratze gar? Sehe ich hier eine Gestalt?
Wirkt sie hingebungsvoll, verführerisch oder bedrohlich? Alles scheint in Kampf begriffen.
Die Farben sind von harten Kontrasten gezeichnet, schwarz-weiß, warm-kalt, licht-dunkel.
Energien in flammendem Rot ergießen sich, wie vulkanische Lava stülpen sie sich in das Bild. Oft
wirken sie wie dreidimensionale Gestalten. Sie wirken wie Skulpturen, wie Energiestöße, die sich
aus dem Künstler selbst entblößen.
Die Energien auf dem Bild verschlingen den Betrachter, fordern ihn heraus: finde, suche dich
selbst darin - es scheint eine intrusive Welt, die sich hier auftut.
Mir erscheinen viele Bilder auch wie eine intrauterine vorgeburtliche Welt, die zurückführt zur
ersten vorgeburtlichen Erlebniswelt. Ist der Embryo nicht dieser Wucht und dieser Bedrohung
ausgeliefert, kann er nicht untergehen, wenn er sich nicht in einen Hort einnisten kann, wenn er
keinen Ort der Sicherheit und der nährenden Entwicklungsmöglichkeit findet?!
Aber die Bilder durchströmt eine besondere Energie. Es scheinen sich in diesen Höhlen und
Tiefen, in diesen Verschlingungen zugleich Hoffnungen auf zu tun, die rettenden Halt versprechen.
Wärmende Energien kündigen sich an, können Neues aus dem Chaos entstehen lassen.
In seiner Ausdrucksweise fängt der Künstler meines Erachtens nicht nur eine sehr individuelle
Erlebniswelt ein. Er schafft Monumente der Erotik und der Spannung. Immer scheint es aber um
elementare existentielle Themen zu gehen: Sein oder Nicht-Sein, Werden-Vergehen. In
Sekundenschnelle scheint sich alles zu wandeln, nichts scheint konstant sicher.
Die Suche nach der Rettung und Erlösung trifft m.E. heute auch ein basales Thema unseres
Zeitgeistes. In einer Welt von Tschernobyl, Fukushima, von Umweltkatastrophen und globaler
Bedrohung fühlen wir uns existentiell ausgeliefert, nicht mehr sicher.
Roh und verwundbar erscheinen die Seelen der Menschen diesen Erschütterungen ausgeliefert,
ob im Kleinen, Privaten oder in globalen Zusammenhängen. Die Bilder von Bernd Missing
scheinen die Angst vor dem Untergang zu atmen.
Eine erotische oder farblich vielversprechende Durchdringung in manchen Bildern lassen
sehnsuchtsvolle Rettung aufkeimen. Welche sich im gleichen Moment jedoch durch die dürre und
darbende Umgebung wieder in Hoffnungslosigkeit und Einsamkeit zerschlägt. Kann eine Liebe
überleben oder wird sie im nächsten Augenblick zerfetzt? Diese Fragen durchdringen mich beim
Betrachten der faszinierenden Bilder von Bernd Miesing.!
Die Technik von Bernd Miesing ist einzigartig, eine Mischung aus Fließtechnik und Ölgemälde. Der
Künstler hat sie über viele Jahre entwickelt. Lange Zeit hat er sich zeichnerisch und künstlerisch
bei Konrad Klapheck beraten und anleiten lassen. Ihn und sein Werk verehrt er sehr. Nun scheinen
diese Werke beider Künstler auf den ersten Blick so derart unterschiedlich, wie es kaum
polarisierter sein könnte. Jedoch beschreibt sich Konrad Klapheck in seiner Arbeit wie folgt: „bei
der Arbeit“ lasse er sich „vom Gefühl leiten“, er spricht von „systematischer Erforschung seines
Inneren“ und: „Durch die Anwendung des Goldenen Schnitts auf meine Maschinen schaffe ich
unfreiwillige Monstren, in denen ich die Wünsche und Ängste meiner Kindheit wiedererkenne“.
Während die Wünsche und Ängste energetisch in Gegenständen bei Klapheck gebunden
scheinen, wie eingeschlossen, gefangen gehalten oder auch in einer Weise bewältigt scheinen, so
scheinen diese im Werk von Bernd Miesing regelrecht zu explodieren. Bei ihm zerfließen Wünsche
und Ängste, befinden sich im Kampf.
Aber die Genauigkeit des Ausdrucks, der hohe Anspruch an Perfektion scheint beiden Künstlern
gemeinsam. Was der Lehrende Klapheck ausdrückt, mag in gewisser Weise auch für das Werk
seines Schülers Bernd Miesing gelten!
„Aus dieser Kette von Verlangen zu Erfüllung und Erfüllung zu Verlangen entstehen die Bilder“, nur
scheinen diese bei Bernd Miesing die „Spuren des Schmerzes und der Freude“ nicht zu tilgen
(nach K. Klapheck, S. 40 ebd.). Vielmehr ergießen sich diese Affekte des Schmerzes und der
existentiellen Angst und Leidenschaft bis an die Grenze des Erträglichen bei Bernd Miesing. Ihre
Wirkung geht dem Betrachter „unter die Haut“, trifft ihn fast körperlich spürbar.!

Hildegard Mergel-Hölz, Psychoanalytikerin, niedergelassen in Düsseldorf.
Verwendete Literatur:
private Aufzeichnungen und Bilder von Bernd Missing!
Konrad Klapheck, Bilder und Texte, Ausstellungskatalog, Stiftung Museum Kunstpalat,Hirmer
Verlag, 2013

Hier finden Sie Zitate die sich mit Kunst auseinander setzen !!

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Alle künstlerische Darstellung hält euch einen Spiegel vor; was ihr darin sehet, dabei denkt und fühlt, ist eure Sache.

Johann Jakob Mohr, (1824 - 1886), deutscher Epigrammatiker, Dramatiker, Aphoristiker, Erzähler und Pädagoge, Schuldirektor in Frankfurt an der dortigen Katharinenschule, studierte in Bonn, Tübingen und Heidelberg Theologie und Philologie

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Die andern, das sind alle –
außer mir.

Walter Ludin, (*1945), Schweizer Journalist, Redakteur, Aphoristiker und Buchautor

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Die Melancholie einer Seele umwob Sie, Gedanken wirrend wie ein gar weißer Saum gespickt von Nebelschwaden klingend durch das Dunkel, Heimweh nach ihr selbst.

Gellert Boldson , irischer Autor und Theoretiker

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Erst zum Ende ihres Lebens lernen Blätter das Fliegen.

Dr. Hanspeter Rings, (*1955), deutscher Philosoph und Aphoristiker

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Hatte der Baum doch einen hohen Wipfel, so war dieser gar stumpf. Neckte Ihn oft der Wind.

Gellert Boldson , irischer Autor und Theoretiker

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Binde deinen Karren an einen Stern.

Leonardo da Vinci, (1452 - 1519), italienisches Universalgenie, Maler, Bildhauer, Baumeister, Zeichner und Naturforscher

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Der Künstler steht da zwischen dem Endlichen und Unendlichen; wo beide aneinander stoßen, fängt er den Blick des Gewitters auf, hält ihn fest und gibt ihm ewige Dauer.

Jacob Grimm, (1785 - 1863), deutscher Sprach- und Literaturwissenschaftler, mit seinem Bruder Wilhelm - die Gebrüder Grimm

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Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, dass das, was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist als die Welt des Traumes.

Salvadore Dali, Vorreiter des Surrealismus, Maler, Dichter

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Ich kenne mancher Menschen Sinn
und weiß nicht, was ich selber bin.
Mein Auge ist mir viel zu nah.

Friedrich Wilhelm Nietzsche, (1844 - 1900), deutscher Philosoph, Essayist, Lyriker und Schriftsteller

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Im Abschied liegt die Geburt der Erinnerung.

Salvadore Dali, Vorreiter des Surrealismus, Maler, Dichter

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In der Kunst gibt es weder Wahrheit noch Irrtum. Es gibt nur Kunst und Nichtkunst.

Paul Richard Luck, deutscher Aphoristiker des 19. Jahrhunderts

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Schließe dein leibliches Auge, damit du mit dem geistigen Auge siehest dein Bild. Dann fördere zutage, was du im Dunkeln gesehen, daß es zurückwirke auf andere von außen nach innen.

Caspar David Friedrich, (1774 - 1840), deutscher Maler und Grafiker, bedeutendster Landschaftsmaler

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Tief griffen die Wurzeln des Verstandes, fanden dennoch keinen Halt, war der Boden der Phantasie der ihn nährte doch zu spröde.

Gellert Boldson , irischer Autor und Theoretiker

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Umso höher die Blüte der Sonne zustrebt, umso tiefer schlagen sich ihre Wurzeln in den Boden, welcher sie trägt.

Hermann Friedrich Grimm, (1828 - 1901), Dr. phil., deutscher Schriftsteller und Professor in Berlin, Geheimer Regierungsrat

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Und wenn du allein sein wirst, wirst du ganz dein sein.

Leonardo da Vinci, (1452 - 1519), italienisches Universalgenie, Maler, Bildhauer, Baumeister, Zeichner und Naturforscher

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Was hält das Boot ohne Anker an der Stelle des Obliegens? Wir können nur hoffen, es ist nicht der zugefrorene See.

Gellert Boldson , irischer Autor und Theoretiker

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Was irgend gut ist und von oben kommt, ist allgemein und ohne Vorbehalt. Doch in den Falten wohnt die Finsternis.

Johann Christoph Friedrich von Schiller, (1759 - 1805), deutscher Dichter und Dramatiker

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Wenn ihr das Talent zu haben glaubt, so nehmt die Natur als Meisterin, das Gefühl als Wegweiser und die alten Meister als Ratgeber.

Rodolphe Töpffer, (1799 - 1846), Schweizer Zeichner und Novellist, verknüpfte in seinen »Bilderromanen«, Bild und Text am engsten

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Wenn wir über den Schatten streiten, übersehen wir das Wesentliche.

Aesop, (um 550 v. Chr.), auch Aisopos, griechischer Sklave auf Samos und Fabeldichter

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Wer interessieren will, muss provozieren.

Salvadore Dali, Vorreiter des Surrealismus, Maler, Dichter

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Zum Trotz wir laufen in das Dunkel der Nacht ganz gleich was darauf hin in uns selber droht uns zu lenken.

Gellert Boldson , irischer Autor und Theoretiker

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